1. Einübung im Denken

Sokrates am Marktplatz

Sokrates gibt nie eine befriedigende Antwort auf eine Frage. Jedoch ruht sein Verdienst im Stellen genau jener Fragen, die es vermögen die normativen Bedingungen einer vorläufigen Hypothese aufzudecken; oder mit Wittgenstein zu sprechen, die Grenzen der eigenen Welt und die Funktionsweise der einzelnen Elemente im Sprachspiel ausfindig zu machen. Denn, „Es ist schon ein großer und nöthiger Beweis der Klugheit oder Einsicht“, wie Kant konstatiert, „ zu wissen, was man vernünftiger Weise fragen solle.“

Vielmehr noch als eine gewagte These zu veräußern, hat Sokrates Nicht-Antwort- Geben, dafür die Bloßstellung des anderen in seinen Unzulänglichkeiten durch die richtigen Fragen die Gesellschaft Athens provoziert. Sein intellektueller Mut ging so weit, selbst vor dem Todesurteil sich nicht den Mund verbieten zu lassen.

 

Ein Artikel von Anneliese Rieger, Philosophin und Herausgeberin von PenArt in Wien

 

Politik, großflächig gestalten oder (panisch) reagieren?
Ein Manifest rationaler Politik.

Das größte Staatsziel ist es, den Menschen, die in ihm leben, möglichst weitgehende Freiheiten einzuräumen und vor allem zu schützen, was diese Freiheiten gefährdet. Hier wirft sich natürlich einerseits die Frage auf, was man unter „eingriffsfördernder“ Ideologie verstehen könnte und andererseits, was wir falsch machen. Eine Politik, die auf eine langfristige Planung hin ausgerichtet ist, muss auf möglichst viele menschliche Interaktionen Rücksicht nehmen. Es ist allerdings wichtig, dass trotz allem auf eine möglichst große individuelle und freie Aktionsmöglichkeit des Individuums Rücksicht genommen wird.

 

Ein Artikel von Ludwig Hetzel, Jurist in Wien und Verleger in Zürich, Herausgeber von PenArt

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