4. Offenlegung

Marketplace of Ideas

Heute ist unter freien Kunstschaffenden und an nationalen und internationalen Kunstuniversitäten, eine ansteigende Anzahl kooperativer Projekte, die auf Austausch und „Exchange“ basieren, zu erkennen. Wie soll der physische Raum beschaffen sein, in dem gemeinsam geschaffene Kunst präsentiert wird? Und welche Form und Voraussetzungen der Kommunikation soll zwischen Kunstschaffenden gewählt werden?

Erfahrungen in unterschiedlichen „intellectual-artbeehives“ zeigten, dass es sich um einen kontinuierlichen Prozess handelt, in dem Strategien zur gemeinsamen Themeneingrenzung entwickelt werden. Die Ergebnisse jener Kollaborationen können als offene Produkte aufgefasst werden, die einem Anspruch auf alleinige AutorInnenschaft entbehren.

 

Ein Artikel von Michael Wegerer, freischaffender Künstler in Wien und Wiener Neustadt

 

Auf der Bühne: eine Else

Wer auf eine Bühne tritt, zieht Blicke auf sich. Als Fräulein Else die Stiegen zur großen Halle hinabsteigt, ist sie die Protagonistin einer großen Vorstellung. Noch bevor die Gäste, Familienmitglieder, Freunde sich über das erst bevorstehende Ereignis empören können, weiß Else bereits um die Umkehrung ihrer hoffnungslosen Lage. Der beschämende Verkauf der Tochter, zugunsten des Erhalts des Wohlstandes einer Familie, wird zur Beschämung der anderen, die der offenbarten Nacktheit ausgesetzt sind. Aber warum rührt der Monolog der jungen Frau auch heute in unverminderter Stärke an ein inneres Empfinden, das sich gar nicht so sehr von jenen Empfindungen einer fiktiven Figur, die vor mehr als hundert Jahren geboren wurde, unterscheidet?

 

Ein Artikel von Anneliese Rieger, Philosophin und Herausgeberin von PenArt in Wien

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